Politik

Flüchtlingsthematik

"Flüchtlingsgespräche"

Im Rahmen der „Interkulturellen Wochen“ fand im Foyer des Goethe-Gymnasiums die Ausstellung „Flüchtlingsgespräche“ statt. Aufgezeigt wurde, dass sich Menschen, die vor 70 Jahren flüchteten, in ihren Erzählungen kaum von den Flüchtlingen der heutigen Zeit unterscheiden.
Niemand flüchtet freiwillig. Flucht ist stets mit Ungewissheit, Angst und auch oft Hunger und Ausgrenzung verbunden. Bedrückende Erfahrungsberichte wie der von Alaa Faisal Nayef (24 Jahre) aus Damaskus erzählen von Schleusern, angedrohter Folter und auseinandergerissenen Familien. Der 81-jährige Günter Scholz berichtet von Plünderungen und den katastrophalen hygienischen Umständen seiner Flucht. So wie diese beiden haben alle Portraitierten Traumatisierendes, aber auch Mitmenschlichkeit erlebt, die derart wohl auch nur in Ausnahmesituationen zutage tritt.
Einige Schüler des Goethe-Gymnasiums, die sich mit der Ausstellung auseinandersetzten, formulierten ihre Eindrücke:

Ich fand es sehr traurig, die Geschichte einer 30-Jährigen zu hören, die am Ende einfach nur sagte: „Ich bin schon so müde. Ich möchte einfach nur zuhause sein. Ohne Angst.“ Obwohl man ja weiß, dass so viele Menschen fliehen müssen, ist es einem trotzdem nicht wirklich bewusst. Man sieht Nachrichten, erfährt von schrecklichen Ereignissen, aber denkt meist einfach nicht darüber nach. […] All die Kriege und die Hungersnot kommen einem vor wie Horrorgeschichten aus einer anderen Welt.
Lena (14 Jahre)

Es ist schlimm, dass der Beweggrund immer Krieg ist und so zeigt sich, dass Leute vor allem auf Kosten anderer Krieg führen, weil die, die den Krieg führen, es gar nicht zu spüren bekommen.
Elias (15 Jahre)

Ich fand es interessant zu lesen, weil diese Leute es echt nicht einfach hatten und bei den älteren Menschen konnte man lesen, dass sowas wirklich prägt. Ich fand es erschreckend! Vor allem auch wie sie behandelt wurden, nachdem sie diese harte Reise überstanden hatten.
Lea (14 Jahre)

Mich hat es überrascht, dass eigentlich alle Flüchtlinge von oben herab angeschaut und schlecht behandelt wurden. Auch sie sind Menschen wie jeder andere und wir sind nicht besser als sie, bloß, weil wir deutsch sind. Wir können uns doch nicht die Freiheit nehmen darüber zu entscheiden, wie viel ein Mensch wert ist, bloß. weil er aus einem Land flieht, in dem er jeden Tag um sein Leben fürchten muss.
Paul (15 Jahre)

„Es ist gut, dass die Menschen sich getraut haben, ihr Leben zu erzählen.“, sagt ein Mädchen anonym. Wofür genau ist es aber gut? Um dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt? - ein Hohn für die Kriegsflüchtlinge von 1945. Die Reflektionen der Schüler lassen auf eine bessere Welt hoffen…

IB

Dialog der Flüchtlingsgenerationen

Am Dienstag den 5. Oktober 2016 fand in unserer Schul-Cafeteria die Veranstaltung Flüchtlingsgespräche statt. Organisiert wurde diese Veranstaltung von Herrn Volkmar Seyffert, Pastor in der evangelischen Berno-Gemeinde in der Weststadt und Frau Solveig Witt, Leiterin des Flüchtlingsheims in Dabel, bei Sternberg.

5 weitere Leute aus Schwerin erklärten sich bereit, ihre Geschichte über das Thema „Flüchtling sein“ zu erzählen. Darunter befand sich auch ein aktueller Flüchtling aus Syrien.

Assem ist sein Name. Er studierte in Damaskus Mathematik und machte dort seinen Bachelor. Letztes Jahr sah er sich gezwungen zu flüchten. Seine Familie ließ er vorerst zurück und ist momentan auf dem besten Weg sie auf legalem Weg nach Deutschland zu holen.

Hinter Assem liegt eine 45-tägige Reise, die von Ungewissheit und Angst geprägt war. Er startete mit fünf seiner Freunde und flüchtete über den Libanon in die Türkei. Von dort aus ging es dann mit dem Schiff über das Mittelmeer nach Griechenland. Dort mussten sie ein paar Tage bleiben und sich ein Auto von einem Schlepper organisieren. Als sie dieses Auto bekamen, machten sich Assem und seine Weggefährten auf den Weg Richtung Serbien. Dort mussten sie zur Weiterfahrt in einem Wald auf den weiterführenden Schlepper warten, der aber von der inzwischen zehnköpfigen Truppe nur fünf mitnahm. Assem war nicht darunter. Er musste 18 Stunden lang mit den vier anderen in diesem Wald ausharren, ständig mit der Angst, dass die Polizei kommen könnte und sie festnehmen würde. Am nächsten Morgen kam dann der Schlepper mit einem Transporter, womit es dann Richtung Ungarn ging. Dort gerieten sie jedoch in einen Autounfall. Totalschaden. Die Polizei wurde alarmiert und Assem und seine Mitstreiter wurden festgenommen. 18 Tage lang saß Assem in Einzelhaft, weil er unbefugt nach Ungarn eingereist war. Als er entlassen wurde, wurde er nach Serbien abgeschoben, wo er nochmals eine Nacht im Gefängnis verbrachte.

Er nahm daraufhin erneut Kontakt zu einem Schlepper auf, der ihm ein Auto besorgen konnte. Mit diesem Auto fuhr er nach Wien und von dort nach Dortmund. In Dortmund hielt er sich nur kurz auf und letztlich am 22. September 2015 traf er im Flüchtlingsheim in Stern Buchholz hier im Umkreis Schwerin ein.

Mittlerweile lebt Assem in seiner eigenen Wohnung und arbeitet im Innenministerium am Pfaffenteich.

Frau Solveig Witt, die Leiterin des Flüchtlingsheims in Dabel erzählte ihre Erfahrungen mit den Flüchtlingen und dem Widerstand einiger Dorfbewohner und Rechtspopulisten.

„Das Flüchtlingsheim hat eine Kapazität von 62 Personen und aufgrund der Tatsache, dass dieses Flüchtlingsheim eine ehemalige Jugendherberge ist, sind die Zimmer recht klein. 2,5m x 4m messen die Zimmer für eine Flüchlingsfamilie. Darum tun wir unser bestes um die Familien in eigenen Wohnungen unterzubringen.“, erklärte sie.

Momentan laufe das aber ganz gut. Mittlerweile ist das Flüchtlingsheim so gut wie leer, nur noch wenige Flüchtlinge suchen dort ihr Obdach.

Frau Klüßendorf, eine der Flüchtlinge zu Zeiten des 2.Weltkrieges, meinte zu diesem Thema, dass die Flüchtlinge von heute und die Lage in der sie seien, nicht vergleichbar mit ihrer Flüchtlingserfahrung, während und nach dem 2.Weltkrieg, sind. Als sie Flüchtling gewesen war, ist man innerhalb Deutschlands geflüchtet, „...weil die Russen gerade bei uns im Nord-Osten auf Treibjagd gingen und die Deutschen aus den Dörfern und teilweise auch aus den Städten verscheuchten. Dies war hauptsächlich im ehemaligen Ostpreußen und im ehemaligen Pommern der Fall, aber auch im ehemaligen Schlesien wurde so gehandelt.“ Allesas gehört heute wieder zum polnischen Gebiet.

Die Polen wurden von den Russen in diese Gebiete getrieben, um sich dort anzusiedeln. Das hing mit der Westverschiebung Polens zusammen. Polen behielt die gleiche Fläche an Land, wurde aber nach Westen verschoben und Russland übernahm den ehemaligen Osten Polens.

Sie ergänzte außerdem, dass sie kein Ziel hatten und nur innerhalb Deutschlands versuchten bei Verwandten oder Bekannten unterzukommen.

Weiter berichteten Herr Hermann und Frau Fischer von ihren Erlebnissen als Flüchtling. Herr Hermann wurde mit seiner Familie von den Russen in ein Arbeitslager in Südpolen gebracht und dort unter Quarantäne gestellt. Das heißt, dass ihnen die Haare geschert wurden und sie ihre Wertsachen abgeben mussten. Erst nach ein paar Wochen durften seine Familie und er gehen.

Frau Fischer gab ihre Erlebnisse aus ihrer Zeit im Kindesalter wieder, wie ihr Vater, der Mitglied in der katholischen Kirche war, sich sehr für die Flüchtlinge einsetzte und darum kämpfte, dass die Flüchtlinge in ihrem Ort anerkannt werden und dort leben dürfen.

Zu guter Letzt erzählte Frau Fahlfeder, dass ihre Schwester zu dieser Zeit dem Hungertod erlag, nachdem die Polen und Russen ihr Dorf besetzten. Sie flüchtete mit ihrer Familie nach Löbau in Sachsen, wo sie jedoch als Schlesier nicht willkommen waren. Sie bettelte um Geld und Essen, weil ihre Eltern zum derzeitigen Zeitpunkt keinen Job bekamen.

Aber auch die Einheimischen nahmen ihre Familie irgendwann in die Gesellschaft auf und Frau Fahlfeder appellierte an alle Deutschen Bürger, für ein friedliches, herzliches und vor allem vertrauensvolles Miteinander mit den derzeitigen Flüchtlingen. „Die EU oder sogar das NATO Bündnis sollte in die Politik der afrikanischen und asiatischen Krisenländer eingreifen und Lösungen für ihre Staatsbürger finden, damit sie auch bald wieder in ihrer Heimat leben können. Aber solange sollten wir uns mit den Flüchtlingen arrangieren und ihnen helfen ein friedliches Leben hier in Deutschland führen zu können.“

Jeder, der das Bedürfnis hat sich in der Arbeit mit aktuellen Flüchtlingen zu engagieren und mit manchen von Ihnen in Kontakt zu treten, kann sich bei Frau Kristin Rein, der Beauftragten für Integration in Schwerin, darüber informieren.

Oder der E-Mail Adresse: krein@schwerin.de

NK

US - Wahl 2016

Donald Trump - überraschender Sieg bei US-Präsidentenwahl am 8. November 2016

... und die Welt steht unter Schock. Denn vielen Staats- und Regierungschefs und auch vielen US-Bürgern wäre die auf dem politischen Parkett erfahrene Hillary Clinton als neue US-Präsidentin deutlich lieber gewesen.

Donald Trump dagegen polarisiert sehr. Die einen lieben ihn, weil er ausspricht was sie bewegt. Trump als Mann klarer Worte, der vor allem auf Menschen wirkt, die auf schlichte Botschaften ansprechen.
Die anderen lehnen ihn aufgrund seiner radikalen Einstellungen, seiner überaus skeptischen Haltung gegenüber dem NATO-Bündnis und den Freihandelsabkommen, aber auch wegen seines rüpelhaften/ arroganten Auftretens ab. Dr. Martin Thunert vom Heidelberg Center for American Studies bezeichnete Donald Trump sogar als "Polit-Hooligan" und "Anti-Establishment-Kandidat"
(siehe https://web.de/magazine/politik/wahlen/us-wahl/donald-trump-ziele-programm-chancen-staerken-schwaechen-us-wahl-2016-31739118).

Mit Donald Trump als US-Präsidenten sieht vor allem die Europäische Union unsicheren Zeiten entgegen. Sie befürchtet, die USA als starken Bündnispartner zu verlieren. Führende EU-Politiker verstehen den Wahlerfolg Trumps deshalb als Weckruf für Europa. Sie mahnen, dass Europa seine internen Probleme selber lösen solle. Europa müsse nun sehr schnell sehr viel enger zusammenrücken und es müsse auf der Weltbühne endlich die Machtstellung einnehmen, die ihm angesichts seiner Größe und seiner Wirtschaftskraft zukommt.
In den USA selbst kommt es seit der Wahlnacht immer wieder zu Anti-Trump-Kundgebungen. Grund: Trump hat einen Wahlkampf geführt, der unter anderem auf die Überlegenheit des weißen Mannes, auf die Unterdrückung sozialer Minderheiten und auf Frauenfeindlichkeit gesetzt hat. Nun fürchten vor allem die schwarze Bevölkerung, Hispanics, Muslime aber auch Schwule und Lesben die Regierung Trumps.
Doch letztendlich wird keine Suppe so heiß gegessen wie sie gekocht wurde. Bereits in seiner Siegesrede zeigte sich ein deutlich gemäßigter Donald Trump. Er zollte seiner unterlegenen Gegnerin Hillary Clinton Respekt und versprach, ein „Präsident für alle Amerikaner“ zu sein. Und auch wenn für Trump die Interessen der Amerikaner immer an erster Stelle stehen so sagt er auch der Weltgemeinschaft einen fairen Umgang zu. Die USA werden gemeinsame Grundlagen anstreben, nicht Feindseligkeit - Partnerschaften und nicht Konflikte.
Wir dürfen gespannt sein, welche Entwicklung die USA unter ihrem neuen Präsidenten Donald Trump nehmen wird. Im Januar 2017 erfolgt die Vereidigung des neuen US-Präsidenten.

EW

Spannender Wahlkampf der Präsidentschaftskandidaten in den USA: Hillary Clinton vs. Donald Trump

In den USA ist alles möglich. Wie sagt man so schön: das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - also vom Tellerwäscher zum Millionär oder sogar vom Schauspieler zum US-Präsidenten (siehe Ronald Reagan, 40. Präsident der Vereinigten Staaten, Regierungszeitraum 1981 bis 1989).
Auch das gab es vor Barack Obama, dem aktuellen US-Präsidenten, noch nie, ein farbiges Staatsoberhaupt in den USA. Und jetzt mit Hillary Clinton könnte in den USA eine neue Ära beginnen. Eine Frau als Staatsoberhaupt, ähnlich wie Angela Merkel in Deutschland. Voraus-gesetzt Hillary Clinton gewinnt ihre Wahl. Erste Erfahrungen mit diesem Amt konnte sie ja bereits an der Seite ihres Ehemannes Bill Clinton (US-Präsident von 1993 bis 2001) sammeln.
Und da ist ja noch ihr Gegenspieler Donald Trump. Nach eigenen Angaben wirtschaftlich sehr erfolgreich und stinkreich (Multimilliardär). Doch an seiner Eignung für dieses wichtige politische Amt scheiden sich innerhalb und auch außerhalb der USA die Geister. Denn Fakt ist Trumps Auftreten ist oftmals sehr rüpelhaft und arrogant. Nicht gerade gern gesehene Eigenschaften auf dem internationalen politischen Parkett. Und auch der Geisteszustand von Donald Trump wird gern öffentlich diskutiert (beispielsweise in der Zeitschrift "Südkurier", Artikel vom 05. August 2016, veröffentlicht unter http://www.suedkurier.de/nachrichten/ politik/Ist-Donald-Trump-verrueckt;art410924,8841812 ). "Er ist mental erkrankt" äußerte sich der politische Fernsehmoderator Lawrence O' Donnell vom Sender MSNBC. (Anmerkung des Verfassers: Salopp gesagt Trump ist verrückt.) Andere Äußerungen zum Geisteszustand Trumps lauten "unfit" beziehungsweise "mental unstabil". Was passiert, wenn Donald Trump US-Präsident wird und versehentlich den Knopf für die Atomwaffen drückt? Ich will es nicht wissen. Also hoffen wir zusammen mit dem Rest der Welt das Beste zum Ausgang dieser Wahl.
Noch ein Hinweis:
Gewählt wird der neue US-Präsident am 8. November 2016. Aktuelle Angaben sehen Hillary Clinton nach dem TV-Duell mit Donald Trump vom 27.09.2016 wieder klar vorn. Also bleibt weiter am Ball und informiert euch!

EW

Kriminalität in Schwerin

Auf dem Großen Dreesch wurden im vergangenen Jahr ein Totschlag und vier Vergewaltigungen registriert. In der aktuellen Kriminalstatistik für Schwerin liegt der Große Dreesch auf dem zweiten Platz, gleich nach der City, zu der immerhin die vier Stadtteile Altstadt, Paulsstadt, Feldstadt und Lewenberg gehören. Insgesamt wurden 2015 rund 1400 Straftaten auf dem Großen Dreesch verfolgt. Jeden Monat werden dort mehr als zehn Körperverletzungen von der Polizei aufgenommen.

Viele dieser Taten werden jedoch in den eigenen vier Wänden verübt. Sie ergeben sich aus Beziehungskonflikten oder als Streit nach einer Party. Alkohol ist oft im Spiel. „Der Große Dreesch ist absolut kein Bereich, der bei der Polizei als besonders auffällig gilt. Außerdem kann man überall in Schwerin nachts unbesorgt auf die Straße gehen", betont Wurzler.

 

DD